Wärmepumpe: COP eingeben

Im Rahmen eines Heizungstausches soll eine neue Wärmepumpe ins Haus. Ich hätte bei der Bilanzierung gerne eine realistische, aktuelle Wärmepumpe abgebildet. Dazu kann ich Herstellerdaten aus dem Internet verwenden.

Gehe ich recht in der Annahme, dass die Leistungsdaten und die COP-Werte, die man in dem Dialog eintragen kann, sich auf eine Auslegungs-Vorlauftemperatur von 35°C beziehen?

Welche Relevanz haben die Felder eta_s,35°C und eta_s,55°C für die Bilanzierung … gehen die Werte in die Berechnung ein?

Wie werden die COP-Werte für 55°C Auslegungs-Vorlauftemperatur aus den Eingabewerten ermittelt?

Hallo Amos,

leider fehlen im Maßnahmendialog einige Eingabefelder, welche im Ist-Zustand verfügbar sind.

Die Standardeinstellung ist die Prüfstandsrandbedingung 35°C. Die Umrechnung erfolgt nach Formeln aus der 18599, ich spare mir da jetzt mal im Detail nachzugucken.

Hab das als Bug aufgenommen.

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In dem gezeigten Reiter Wärmepumpe kann man sowohl COP Werte für bestimmte Temperaturen oben eingekreist und auch den ETAs bei 35°C bzw. bei 55°C eingeben.

Somit kann man gleichzeitig auf verschiedene Weise den Wirkungsgrad der WP angeben.

Frage: Nach welchem Wert rechnet EVEBI?

Der ETA-Wert berücksichtigt alle Betriebszustände über das Jahr (Heizen, Warmwasserbereitung, Teillast, Stillstand).

Der COP (Leistungszahl), beschreibt eine Arbeitszahl an einem einzigen Temperatur Punkt der unter Laborbedingungen gemessen wird.

Müsste es hier nicht eine entweder / oder Auswahl geben?

Die hier angegebene JAZ ist für meinen Einruck immer deutlich schlechter als erwartet, auf welchen Eingaben basiert dieser Wert?

Für mich fühlt sich die Eingabe der Heizung leider sehr intransparent mit hohem Fehlerpotential behaftet an. Wie kann man hier eine Plausibilitätsprüfung machen?

Ich glaube es werden die COP-Werte verwendet, und nicht die ETA-Werte. Wenn ich letztere ändere, bleibt die Bilanz gleich.

Das ist korrekt, es werden die COP-Werte zur energetischen Berechnung nach DIN 18599 verwendet. Die ETA-Werte sind nur für die Förderfähigkeit im Förderrechner als BEG Einzelmaßnahme notwendig, gehen aber sonst energetisch nicht in die Berechnung ein.

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Wenn man 55er-COPs vorliegen hat, ändert man dann auf Prüfstand 55°C und nutzt die bekannten Werte? Oder bleibt man der Vergleichbarkeit halber auf Prüfstand/COP 35?

Diese Frage habe ich mir neulich auch schon gestellt… Eine Rückmeldung zum korrekten Vorgehen wäre klasse, @sschultka!

Wenn die 55er COP-Werte unter dem Prüfstandsrandbedingungen bei 55°C ermittelt wurden, dann ändern Sie den Prüfstand auf 55°C. I.d.R. werden die Wärmepumpen ja bei 35 °C geprüft, weswegen das die Default-Einstellung in EVEBI ist.

Ich würde das hier inhaltlich ergänzen:
Typischerweise sollten für Wärmepumpen die Prüfwerte nach EN 14511 vorliegen. Diese umfassen bei Luft-Wasser Wärmepumpen beide Temperaturniveaus (niedrige Temperatur = 35˚C, mittlere Temperatur = 55˚C). Die 18599 rechnet aus den gegebenen Werten mit eigenen Formeln um - sodass hier durchaus verschiedene Ergebnisse herauskommen können, wenn die Formeln nicht exakt das physikalische Verhalten genau der getesteten Wärmepumpe abbilden.

Da wir hier im Rahmen der Normberechnung sowieso nicht besonders nah an die Realität kommen, halte ich allerdings die Auswirkung dieser Unterschiede für Vernachlässigbar. Möchte ich verlässliche Daten berechnen, brauche ich viel bessere Daten über die Heizkreise als hier vorliegen.

Ein realitätsnaher Anhaltspunkt - mit mehr Konfigurationsoptionen - ist die JAZ Berechnung vom Bundesverband Wärmepumpe: https://www.waermepumpe.de/werkzeuge/jaz-rechner/ - hier stehen auch alle modernen Wärmepumpen zur Auswahl bereit.