Frage zum Erneuerbare-Energien-Anteil in EVEBI

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zur Ermittlung des Erneuerbare-Energien-Anteils in den Varianten von EVEBI und dazu, welche Eingaben diesen Wert tatsächlich beeinflussen.

Ich bearbeite derzeit ein Praxisprojekt im Rahmen meiner Ausbildung zum dena-zertifizierten Energieberater. Für das Bestandsgebäude möchte ich die vorhandene Niederdruck-Gastherme durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzen. Die Wärmepumpe habe ich im Maßnahmenkatalog unter „Anlagentechnik“ angelegt und ein konkretes Modell ausgewählt:

Viessmann Vitocal 350-A AWH-O 114

Die Maßnahme ist in meiner Zielvariante als Ersatz der bestehenden Gastherme hinterlegt.

In der Förderprüfung beziehungsweise bei den Kennwerten der Variante liegt der angezeigte Erneuerbare-Energien-Anteil derzeit je nach Eingabe zwischen etwa 60% und 64%. Mein Ziel ist es, mit der geplanten Sanierung einen EE-Anteil von mindestens 65% zu erreichen.
ich habe im Maßnahmenkatalog die Wärmepumpe als tatsächlicher Ersatz für die bestehende Niederdruck-Gastherme hinterlegt.

Um den Wert zu beeinflussen, habe ich bisher verschiedene Einstellungen ausprobiert:

  • Aktivierung und Deaktivierung der Option „integrierte elektrische Nachheizung“ bei der Wärmepumpe.
  • Zusätzliche Anlage eines separaten Elektroheizstabs im Maßnahmenkatalog.
  • Aufnahme beziehungsweise Entfernung dieses Elektroheizstabs in der Zielvariante.
  • Anpassung der COP-Werte der Wärmepumpe für verschiedene Temperaturbereiche.
  • Veränderung des Bivalenzpunkts.
  • Veränderung der Abschalttemperatur.

Allerdings verändert sich der EE-Anteil dadurch nur geringfügig oder teilweise gar nicht. (60-64%) Daher ist mir derzeit nicht klar, welcher Eingabewert beziehungsweise welche Anlagenkonfiguration in EVEBI den Erneuerbare-Energien-Anteil maßgeblich beeinflusst.

Meine Fragen sind daher:

  1. Welche konkrete Kennzahl wird in EVEBI unter dem Erneuerbare-Energien-Anteil beziehungsweise „BEG“ ausgewiesen?
  2. Welche Eingaben beeinflussen diesen Wert tatsächlich?
  3. Wird der EE-Anteil hauptsächlich durch die Wärmepumpe, den elektrischen Nachheizer, die Warmwasserbereitung oder die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung beeinflusst?
  4. Gibt es in EVEBI eine Möglichkeit, die Berechnung beziehungsweise Aufteilung des EE-Anteils detailliert einzusehen?
  5. Welche Einstellung wäre in meinem Fall der fachlich richtige Hebel, um den EE-Anteil von derzeit etwa 64% auf mindestens 65% zu erhöhen?

Mein erster Gedanke war, dass der EE-Anteil möglicherweise unter Gebäudedaten → Strom beeinflusst wird. Nach meinem bisherigen Verständnis müsste die Kennzahl jedoch vor allem über die Varianten, die Wärmeerzeuger und die dort hinterlegten Maßnahmen berechnet werden.

Ich wäre für eine kurze Erklärung sehr dankbar, wie EVEBI diesen Wert berechnet und welche Eingaben ich in meinem Fall konkret überprüfen sollte.

Vielen Dank im Voraus!

Hallo SirDan,

ganz einfach gesagt werden die EE-Anteile im Förderrechner nach den Vorgaben der tFAQ der KfW, Abschnitt 14 ermittelt und das jeweilige Ergebnis in den Kennwerten GEG > 11.BEG-Förderungen ausgegeben. Dort sind die Formeln zur Berechnung einsehbar, die entsprechend im Programmcode hinterlegt sind; einzelne Rechenschritte werden aber nicht in EVEBI angezeigt.

Im Förderrechner selbst steht dann lediglich der kumulierte Wert (aus allen im Projekt eingesetzten EE-Quellen), der maximal bei 100 % liegen kann. Hier finden Sie die Berechnungsgrundlagen: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Förderprogramme-(Inlandsförderung)/PDF-Dokumente/6000004865_Infoblatt_BEG_TFAQ_Effizienzhaus.pdf

In Bezug auf das eigentliche Projekt - und wie sich die Werte konkret zusammensetzen - ist eine Aussage ohne Projekteinsicht schwer möglich. Daher bitte ich um Zusendung der entsprechenden Datei an support@envisys.de, sodass wir Ihre Eingaben prüfen und zielführend beantworten können. Wenn Sie damit einverstanden sind, können wir die Antworten (ggf. mit Screenshots aus der Projektdatei) auch hier posten, sodass diese öffentlich zugänglich sind. Vielen Dank im Voraus!

Gerade bei einer Wärmepumpe muss man ein wenig darauf achten, dass diese korrekt dimensioniert ist. Vereinfacht gesagt: setzt man eine zu hohe Leistung an, sodass die WP überdimensioniert ist, kann die JAZ absinken, sodass mehr Endenergie eingesetzt werden muss. Eine zu kleine WP hingegen ist unterdimensioniert, sodass das integrierte Nachheizregister einen höheren Decksungsanteil hat, weil die WP nicht ausreichend Wärme bereitstellen kann.

Hinzukommt, dass im Zuge der DIN 18599-Berechnung auch nicht nur allein auf die Wärmepumpe geschaut wird, sondern in gewisser Weise auch auf die Peripherie der WP: wenn bspw. eine trägere Wärmeabgabe an den Raum (Fußbodenheizung) mit geringer Vorlauftemperatur an die Wärmepumpe angeschlossen wird, dann läuft die Wärmepumpe besser als bspw. bei einer Wärmeabgabe über Heizkörper mit höherer Vorlauftemperatur (ACHTUNG: das ist nur eine theoretische Berechnungsgrundlage, die von der Realität abweichen kann). Es sind also nicht nur die reinen Wärmepumpen-Parameter (Nennleistung, COP-Werte, Betriebsart), die die Effizienz der WP beeinflussen und sich somit auf die EE-Anteilsberechnung auswirken, sondern auch alles, was an die Wärmepumpe angeschlossen wird, fließt letztlich in die JAZ der Wärmepumpe mit ein.

Wie gesagt: eine Einsicht in das Projekt kann Ihre Fragen konkreter beantworten.

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Hallo sschultka,

danke das hat geholfen, das war der notwendige Hinweis, damit der knoten platzt :slight_smile:

Viele Grüße
Daniel