Eine Frage an die Experten. Beschäftige mich gerade mit dem Thema Lüftungskonzept. Mal ganz allgemeine Fragen.
Frage 1:
Ich habe ein Gebäude und tausche die Fenster, wenn ich nurn das Gebäude in Evebi einpflege (über ECAD, nur die Räume, Zonen und Nutzung) kann ich das Lüftungskonzept erstellen. Soweit so gut. Aber eigentlich müsste ich doch ein Konzept vor dem Fenstertausch und eins nach dem Fenstertausch erstellen und diese müssten sich doch unterscheiden. Nach dem Fenstertausch ist doch das Gebäude doch dichter als vorher und somit hätte ich einen anderen n50-Wert. Da fehlt mir die Logik. Der n50 wert wird ja automatisch nach Randbedingungen gewählt.
Frage 2:
Als Eingangsgröße geht ja ein, ob z.B. die Wärmeschutzverordung eingehalten ist. Wenn ich jetzt an meinem Gebäude z.B. nur die Giebelwand saniere im Zuge des Fenstertausches, dann wird doch mein Gebäude auch wieder dichter als es vorher war. Auch hier fehlt mir der Zusammenhang bzw. die Logik.
Im Lüftungskonzept gehen ja die Konstruktionen nicht mit ein.
Kann mir das jemand kurz erläutern mit dem Hintergrund aus der Norm? Oder gibt es da nichts zu erläutern? 
Grüße
der n50 Wert wird mit dem Blower Door test ermittelt
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Hallo Klaus,
klar n50 kann ich messen. Aber so wie ich das sehe, nehmen die meisten den Wert nach Norm. Somit ist mir immer noch nicht klar, wie dieser Nachweis (das Lüftungskonzept) realistisch berücksichtig, dass die Infiltration nach dem Fenstereinbau ja geringer sein muss. Aber evtl. spielt das nicht die große Rolle. Hat mich einfach interessiert. Grüße
Korrekt: Im Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 wird die Infiltration rechnerisch über einen n50n50-Wert bzw. Standardannahmen angesetzt, weil der reale Wert im Planungsstadium meist noch nicht bekannt ist. Die Norm arbeitet mit Standardwerten und systemabhängigen Faktoren.
Deshalb bildet sie die tatsächliche Dichtheit oft nur näherungsweise ab.
Nach einem Fenstertausch sinkt die Infiltration in der Praxis meist deutlich, aber genau diese Verbesserung wird im Konzept nicht vollständig automatisch „mitgemessen“, sondern nur über die angesetzte rechnerische Gebäudeundichtheit berücksichtigt. Deshalb kann ein Gebäude trotz neuer, dichter Fenster im Lüftungskonzept weiterhin Lüftungsbedarf haben.
Der Nachweis prüft, ob ohne zusätzliche Maßnahmen genug Luftwechsel für Feuchteschutz und Mindestlüftung plausibel ist.Wenn die Hülle nach Sanierung dichter wird, sinkt die nutzerunabhängige Infiltration, und genau deshalb werden bei dichten Gebäuden oft lüftungstechnische Maßnahmen nötig.
Die reale geringere Infiltration nach Fenstereinbau ist für das Lüftungskonzept relevant, wird aber normativ nur vereinfacht und konservativ abgebildet. Darum spielt der Fenstertausch in der Praxis oft gerade wegen der sinkenden Infiltration eine große Rolle.
Hallo Herr Brucksch,
vielen Dank für die Rückmeldung. Soweit habe ich das verstanden. Was mich nur stutzig macht, dass die Dichtheit des Gebäudes ja nur über pauschale Werte definiert wird. Somit ist das doch an der Realität vorbei, außer man misst den n50 Wert. Oder sehe ich das falsch?
Grüße