Dies ist mein Verständnisproblem vermute ich. Habe folgendes gemacht. 8 willkürliche Maßnahmen in bestimmten Reihenfolgen in Variante 1 aufgenommen und Qe notiert. Aus den Unterschieden dann die Qe Einsparung pro Maßnahme errechnet. Danach die gleichen Maßnahmen in umgekehrten Reihenfolgen in Variante 1 aufgenommen und wieder Qe notiert. Die Einsparungen unterscheiden sich jetzt ganz leicht.
Die Reihenfolge sollte eigentlich keinen Unterschied machen. Eine Maßnahme reduziert Uwert eines Bauteils, daraus wird neue Wärmefluss bei gleichen Temperaturunterschied errechnet und das sollte unabhängig von anderen Bauteilen sein, weil der Temperaturunterschied für das Einzelbauteil für die Berechnung gleich ist.
Tabelle im Bild anbei. Hat jemand eine Erklärung dafür?
Die Unterschiede mögen minimal sein, aber es lässt mich zweifeln an wie Qe genau errechnet wird. Meine simplen Gedanke wäre: berechne für jedes Bauteil wieviel Wärmeenergie durch den Bauteil bei vorgegebenen Temperarturunterschied (abhängig von gegen Außen, Erdreich, Unbeheizt, etc) fließt. Addiere die Wärmeflüsse für alle Bauteile und schon hat man sein Qe für das gesamte Gebäude.
Wo mache ich den Fehler?
Im Bild 2 Mal gleichen Maßnahmen aber in umgekehrte Reihenfolge aktiviert.
Übrigens, wäre toll wenn ich diese Bericht nicht so umständlich generieren müsste. Es ist m.e. sehr praktisch für den Eigentümer, zu verstehen welche Maßnahmen welche Einsparungen bringen. Genau dies möchte man die Kosten der Maßnahmen gegenüber stellen. Man könnte natürlich viele Varianten erstellen wo man Maßnahmen zusammenpackt, die auf der Baustelle sinnvoll zusammengefasst werden, aber das passt nicht zum iSFP Verfahren mit nur 3 Varianten.
Die Bilanzierung nach DIN V 18599:2018 ist deutlich komplexer als „berechne die Wärmeenergie durch das Bauteil“, sodass die Maßnahmen sich gegenseitig beeinflussen.
Das sollte eigentlich auch Teil der Ausbildung zum Energie-Effizienz-Experten gewesen sein.
Am Ende, wenn alle Maßnahmen drin sind, steht ja in beiden Ausführungsreihenfolgen wieder das gleiche Endergebnis.
Ja, am Ende kommt es immer auf dem gleichen Ergebnis. Habe das gleiche natürlich mehrmalig durchgespielt. Habe auch nur die Dämmungsmaßnahmen betrachtet (Hülle). Keine Anlagen und solche Sachen. Aber ich gehe der DIN Hinweis noch mal hinterher. Danke.
Zur Info: habe Grok/ChatGPT (AI) mal gefragt. Ein guter Hinweis deutete auf die Heizung. Wenn ein Maßnahme der Wärmebedarf reduziert, dann könnte die Effizienz der Heizung sich ändern. Dies könnte dann Einfluss auf die Einsparungen bei den nächsten Maßnahmen haben. Geänderte Fenster können zu andere Soläre Gewinne führen. Es könnte sein, dass die Soläre Gewinne über das Jahr etwas anders verteilt sind als den Wärmebedarf. Dass könnte wieder Effekt haben auf reine Dämmungsmaßnahme die sich nur auf Wärmeverluste auswirken. Als dritter Möglichkeit fällte mir noch ein, das ein besser gedämmtes Dach die Temperaturabfall in der thermische Hülle nach oben etwas verringern könnte. Nicht ganz sicher hier.
Immerhin, vielleicht übersehe ich noch etwas. Müsste das gleiche noch mal versuchen mit rein elektrischer Heizung. Die ist ziemlich linear, somit kein Effizienzabfall bei geringerer Leistung.
Nochmal zur Fragestellung. Wollte nicht auf Fehler in der SW hinweisen, habe die Wirkung der Reihenfolge nicht verstanden.
Nachtrag: noch mal in den Kursunterlagen von damals geschaut. Da wird bei Din 18599 Bilanzierung von ein iterative Prozess gesprochen. Das deutet schon auf nicht lineare Effekten. Ich hätte in der Tabelle vielleicht nur mit Ht Wert rechnen sollen. Die ist einfacher berechnet. Darauf basierend kann man dann eine Qe-Einsparung schätzen aber nicht direkt 100% berechnen. Das würde für meinen Zweck reichen. War guter Hinweis auf Din18599.
Ich schreibe Qe aber in Evebi werden ganz rechts im „Ergebnismonitor“ die wichtigsten Daten mehr oder weniger live wiedergegeben. Ganz oben „Energieeffizienzklasse“ mit Endenergiebedarf in kWh/m2a (Qe), darunter Qp, Ht und andere Daten.
dass einerseits die DIN V 18599 die Berechnungen iterativ durchführen muss (wegen der Größe/Struktur des Gleichungssystems und der nicht gegebenen schrittweisen Rechenmöglichkeit („eine Gleichung, eine Unbekannte“))
… und dass andererseits einige Zusammenhänge nicht linear sind, sind aus meiner Sicht zwei verschiedene Dinge. Bei der Iteration wird nach einer bestimmten Anzahl von Schritten aufgehört, obwohl das Ergebnis bei zusätzlichen Schritten weiter konvergieren würde.
Dadurch entstehen dann bei unterschiedlichen Reihenfolgen der Maßnahmen unterschiedliche Ungenauigkeiten. Rein energetisch sollte die Reihenfolge der Maßnahmen keine Rolle spielen.
Stimmt. Bei den abnehmende effizient von z.B. einer Heizung hätte ich folgenden fiktiven, sehr simplen Beispiel. Bei Volllast 5 kWh Wärme für 1 kWh Strom. Bei weniger Last 2,5kWh Wärme für 1 kWh Strom. 2 Maßnahmen, jeder verringert Wärmebedarf um 5kWh. Der erste würde dann 1 kWh Strom sparen, der 2. würde 2 kWh Strom sparen. Somit würde die Reihenfolge von 2 ähnliche Maßnahmen die Einsparung pro Maßnahme doch ändern. Keine Ahnung ob DIN mit so etwas rechnet, aber es würde eine Erklärung für Reihenfolgedifferenzen sein. Eine Iterative Rechnungsmethoden könnte auch zu kleine Unterschiede kommen. Ohne nachdenken würde ich vermuten, in einer Größenordnung gleich der Ergebnisänderung bei dem das Iterieren gestoppt wird. Die Differenzen wäre dann aber eher zufällig.
Wir kommen sind aber jetzt dort, wo es für den normalen Praxis nicht mehr so relevant ist. Ja, die Reihenfolge kann Ergebnissen leicht ändern. Aber unter dem Strich nach der letzte Maßnahmen sind die Ergebnissen wieder gleich. Die Differenzen sind zudem relativ klein, und als Hilfestellung für eine Priorisierung der Maßnahmen reicht es sich sicher. Danke für den Antworten, haben mir sehr geholfen.
Das hat wenig mit dem iterativen Prozess zu tun.
Ich schlage vor, die 18599-1, -2 und -5 zu überfliegen, für ein erstes Bild.
Der beschriebene Zusammenhang mit dem lastabhängigen COP der Wärmepumpe stimmt zum Beispiel (wenn auch weniger extrem). Ähnliche Effekte gibt es auch für weitere Bestandteile des Ergebnisses.
Da bin ich anderer Meinung. ojager hat nur Maßnahmen der Gebäudehülle aufgeführt. Da ist Qe abhängig von H’T, und das wiederum ist die Summe der Wärmeverluste je Hüllflächenelement. Summen gehorchen mathematisch dem Kommutativgesetz, d. h. die Summanden sind vertauschbar, ohne dass die Summe sich ändert. Also sind auch die Maßnahmen vertauschbar, ohne dass das finale Qe sich ändert.
Achtung: Sobald Maßnahmen der Anlagentechnik hinzukommen, kann man das Kommutativgesetz nicht mehr anwenden.
Die Frage des Beitrags lautet: „Einsparungen einzelmaßnahmen hängen von Reihenfolge ab?“
Als Beispiel wurden Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle angeführt. Ich habe versucht aufzuzeigen, dass für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle (und nur für diese) es nicht auf die Reihenfolge ihrer Umsetzung ankommt, es führt immer zum gleichen Ergebnis. Die Ungenauigkeiten sind auf Rundungsfehler der Qe-Werte aus dem Ergebnismonitor zurückzuführen.
Die Antwort auf die Frage des Beitrags lautet: Die Einsparungen durch Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle hängen nicht von der Reihenfolge ab.
Es wäre sehr schön, wenn Evebi eine Tabelle mit den Einsparpotentialen je Maßnahme als Beratungsgrundlage anbieten würde. Aber ich wäre schon zufrieden, wenn ich die Eingabewerte für so eine Tabelle übersichtlich z. B. aus einem Evebi-Bericht entnehmen könnte.
Das ist richtig. Die Frage zielte aber darauf ab, die Maßnahmeliste mit Ergebnissen pro Maßnahme zu ergänzen. Eventuell sogar die Reihenfolge zu sortieren nach Wirkung, Kosten oder beide.
Ich versuche den meist wirtschaftliche Lösung für den Kunden zu finden.
Solange die Maßnahmen verschiedene Bauteile betreffen, sollte die Reihenfolge eigentlich keine Unterschied machen.
Am Ende möchte ich eine Liste generieren, mit allen Maßnahmen und deren Energieeinsparung und Kosten. Das ist für den Kunden eine große Hilfe um zu entscheiden welche Maßnahme pro Euro die meiste Einsparung bring. Damit kann er dann seine Wirtschaftliche Prioritäten setzen. Es gibt natürlcih auch andere Gründen für bestimmte Reihenfolgen und Prioritäten, aber es ist einfach eine Hilfeleistung.
Übrigens, im iSFP schreibt man alle mögliche Maßnahmen, damit der Kunde später (fast) immer sein 5% iSFP-Bonus bekommt. Er wird meistens aber nicht alle umsetzen wollen. Häufig auch aus finanziellen Gründen. Bei dieser Auswahl aus den Maßnahmen möchte ich ihn helfen.
Irgenwelche wirtschaftlichlichkeits Berechnung lasse Ich in der Regel weg im isfp… Die Zahlen wären viel zu ungenau… Preise ändern sich ständig
Falls ein Kunde tatsächlich eine genauere Betrachtung der Kosten haben will dann mache ich das separat
Preisen sind tatsächlich sehr volatil. Aber irgendwo muss man ansetzen. Es hat kein Sinn Maßnahme von 10 T€ und 100 T€ nur nach energetischen Zugewinn zu vergleichen. Mann muss auch die Kosten in Betracht ziehen.
Ich sage den Kunden immer: Preisangaben sind grobe Schätzungen und nur eine Angebotsanfrage gibt Klarheit.