Ich habe vor einige Zeit schon länger mit dem Evebi Support zu nachfolgende Punkten geschrieben, aber die Quintessenz war dann (leider): Der User hat sich der Software anzupassen. Nun, da es das Forum gibt, nehme ich nochmal einen Anlauf zum Modul des hydraulischen Abgleichs. Im Kern geht es darum, dass Evebi keine Unterdeckung der Heizlast (und keine manuelle Vorgabe der Spreizung) zulässt. Damit ist man gezwungen Heizkörper zu vergrößern oder Raumtemperatur im SOLL abzusenken (was wiederum rückwärts Einfluss auf die Heizlast hat).
Was ich mir wünsche:
VL UND Spreizung können „hart“ vorgegeben werden
In der Übersichtstabelle vom jeweiligen hydraulischen Abgleich, erkennt man je Raum:
Heizlast in Watt (bei SOLL-Raumtemperatur)
SOLL-Raumtemperatur
Realleistung des Heizkörpers bei den eingestellten Parametern in Watt
Raumtemperatur in °C, die sich einstellt, falls die Realleistung unter der Heizlast liegt (und zwar ohne die SOLL-Temperatur des jeweiligen Raumes herunter zu nehmen).
Das ist simpel und eine ideale Basis um mit Installateur, Auftraggeber etc. zu entscheiden, in welchen Räumen die HKs getauscht werden, in welche nicht. Denn, wenn z.B. in der Küche 200W Unterdeckung ist, ist das irrelevant, da hier genug Abwärme von E-Geräten vorhanden ist - und das Delta wird einfach akzeptiert. Man verringert weder die Spreizung, noch wird der HK erneuert, noch wird die SOLL-Raumtemperatur reduziert.
Das EVEBI heute den User zwingt, so lange HKs zu vergrößern oder Raumtemperaturen (im SOLL!) zu senken ist absolut nicht praktikabel und entspricht nicht der Realität.
Falls ein EVEBI Produktmanager im Forum unterwegs ist, darf er mich hierzu gerne direkt kontaktieren.
Ich glaube da wird man dir nur bedingt helfen können. Erstmal kann man eine Spreizung nur planen und nicht festlegen.Die Spreizung ist Abhängig von der Über oder Unterdeckung des Heizkörpers. Darauf hat niemand direkten Einfluss. Nur mit dem genau passenden Heizkörper. Wenn du in der Küche E _Geräte dazu rechnen willst kannst du sie doch als unbekannte Heizlast eintragen. Ich weiss nur nicht welche Heizlast dafür angenommen werden soll. Auch muss du bedenken das Räume mit Unterdeckung Einfluss auf die Nachbarräume haben. Hier würde die Heizlast steigen wenn die Raumtemperatur nicht erreicht wird.Grundsätzlich kann ich dem Kunden doch nur aufzeigen welche Räume Unterdeckung haben. Was er daraus machen möchte ist letzendlich immer seine Entscheidung. Natürlich kann ich sagen Küche reichen 18 °. Wenn gekocht wird ist es warm genug. Allerdings wird nicht den ganzen tag gekocht also muss ich für die angrenzenden Räume die 18 C berücksichtigen. dadurch steigt deren Heizlast. Ich persönlich finde die Version seit 14 klar und übersichtlich und denke das sie im Hinblick des Hydraulischen Abgleichs und Heizkörper/Heizflächenleistung alles hergibt was benötigt wird.
Hallo Holger, vielen Dank für Deine Rückmeldung. Ich gehe andersherum vor. Zuerst weiß ich welcher Wärmeerzeuger reinkommt und welche VLT/RLT/Spreizung und Volumentströme dieser abkann bzw. welche ideal sind. Dann rechne ich die Bestands-Heizkörper mit diesen Parameter durch. Nun wäre ich schon zufrieden, wenn mir die SOLL-Raumtemperatur (gebe ich im Raumbuch vor), Heizlast, die REAL-Leistung der Heizkörper (nicht die Normleistung) und die REAL-Temperatur der Räume ausgegeben wird (ohne Berücksichtigung der Transmission zw. einem 20°C und 17°C warmen Raum). Das reicht völlig und ist extrem plakativ um Bauherr und Installateur zu beratschlagen, wo ein HK getauscht wird, wo nicht.
Habe ich im Wohnzimmer 2000Watt Heizlast und 1000Watt Heizleistung, ist es klar - der HK muss vergrößert werden (unter der Annahme, dass alles andere konstant bleibt).
Habe ich im Wohnzimmer 2000Watt Heizlast und 1750Watt Heizleistung, kann man schon abwägen, ob der Tausch sinnvoll ist und lohnt. Allein die zwei Personen, die im Wohnzimmer sitzen bringen 2x100Watt mit.
Das Problem ist, dass es genau diese Gegenüberstellung von SOLL zu IST nicht gibt, weil EVEBI immer gleich die Spreizung gegen null fährt, die Volumenströme ins Unermessliche ansteigen, nur damit die Heizleistung sich der Heizlast maximal annähert etc. Und das Herabsetzen der Soll-Temperatur auf z.B. 18°C ist keine Option, da in diesem Moment die Soll-Heizlast von 2000Watt verschwindet.
Hoffe, dass was nachvollziehbar. Im Prinzip ist es ein simpler Soll-Ist Vergleich, mehr nicht.
Das Problem ist das die Leistung eines Heizkörpers immer unter Normbedingungen (75/65/20) ausgegeben wird. Jede andere Vor- Rück oder Raumtemperatur ergibt eine andere Leistung. Und jetzt kommt das Problem der Spreizung. Auch diese hat Einfluss auf die Leistung des Heizkörpers (Rücklauftemperatur). Was soll das Programm den machen. Wenn die Leistung zu klein ist ? Ich habe doch nur die Möglichkeit die Leistung durch eine kleinere Spreizung zu erhöhen oder die Raumtemperatur abzusenken. Natürlich könnte Evebi automatisch die RT absenken. Aber wieweit und mit welcher Spreizung. Würde das Programm dies machen würde sich automatisch die Heizlast der angrenzenden Räume erhöhen. Dann passen eventuell dort Heizkörper nicht mehr. Einfach zu sagen die Heizlast bleibt bestehen würde ja die Realität nicht abbilden. Ich persönlich komme damit gut klar, komme allerdings auch vom Heizungsbau. Wenn ich darüber nachdenke wie wir früher über Formeln und Faktoren die Heizkörper umgerechnet haben, ist dies Top.
Ja, ich weiß, aber nicht in der Übersichttabelle Ich wünsche mir ja keine neue Raketenwissenschaft. Es wäre völlig ausreichend, wenn der Übersicht des HA (da wo je Raum 1 Zeile steht) auch die „Leistung real“ angezeigt würde und dann noch 1 weiterer Rechenschritt käme, bei der eine zu erreichende Raumtemperatur mit der „Leistung real“ überschlagen wird. Und diese „zu erreichbare Raumtemperatur“ mit dem eigentlich zu kleinen Heizkörper darf keine Rückkoplung auf die Heizlast mit der Soll-Raumtemperatur haben.
Wie gesagt, dass sich da dann wiederum die Transmisson ändern etc. würde ich vernächlässigen.
Ich versuche es mal ganz praktisch:
Bauherr, 63, tauscht Heizung (Ölbrenner raus, WP rein), alles HK
HL wird zuerst berechnet, dann HA mit 55/45 auf die bestehenden Heizkörper
Ergebnis: Alle Heizkörper passen, außer im DG sind 3 Heizkörper zu klein
Bauherr will keine Heizkörper tauschen, weil der das DG eh nur als Abstellkammer nutzt, will aber auf jeden Fall eine Wärmepumpe, das DG mit 20°C abdecken könnte, falls der Enkel in 3 Jahren einzieht. Dieser soll sich dann auch um die HK-Erneuerung kümmern.
Jetzt habe ich nur 3 Möglichkeiten in Evebi:
Nichts verändern, ergibt aber keinen vernüftigen HA, da Spreizung gegen Null geht und der Volumenstrom explodiert (nicht anwendbar)
Die Heizkörper im HA vergrößern, was ab der Bauherr nicht will und nicht tun wird
Die Heizkörper belassen und die Raumtemperatur absenken. Das wirkt sich aber wiederum auf die Heizlast aus und die Wärmepumpe wird 2kW (fiktiv) zu klein dimensioniert und bekommt das DG nicht warm, wenn der Enkel einzieht und größere Heizkörper mitbringt.
Keine dieser 3 Varianten ist praktibel. Warum nicht einfach, Spreizung vorgeben können (ging ja in früheren Versionen mal, ich glaube alles vor V13), die Unterdeckung von „Leistung real“ zu Heizlast aufzeigen und noch eine „erreichbare Raumtemperatur“ berechnen (mit Ignorieren alle weiteren Abhängigkeiten, wie Transmission zu Nachbarräumen).
Dann hätte man:
einen HA, der funktioniert (weil Spreizung, Volumenstrom zum Wärmeerzeuger passt, wie vorgegeben)
man hätte transparent gemacht, wo HK zu klein und das die Räume nur noch 16°C o.ä. warm werden
trotzdem eine korrekte Heizlast (basierend auf den Soll-Temperaturen)
Bin kein Software-Programmierer und dachte halt, dass man das, was man vorwärts rechnen kann (Spreizung als Ergebnis) auch rückwärts rechnen kann (Spreizung als Vorgabe)
Unabhängig dieses Thema, aber vielen lieben Dank für Deine Rückmeldung. Finde das gut!
Das kannst du machen in dem du dir vor dem HA einmal die Heizlast abspeichers. Danach machst du den HA mit, in den genannten Räumen, abgesenkten Temperaturen. Nur jetzt steigt die HL in den darunter liegenden Räumen und beinflussen dort die Heizkörper. Diese müssen dann evtl. angepasst werden. Den HA kannst und musst du nach dem Ist Zustand und nicht späteren Zustand berechnen. Eine Spreizung kannst du in keinem Programm vorgeben. Diese ist abhängig von der Größe der Heizkörper. Ist ein HK zu groß für den Raum wird die Spreizung einfach größer . Egal was ich möchte. Physik kann man nicht ausser Kraft setzen. Wenn ich ganz genau 10 K Spreizung planen und haben will muß jeder HK ganz genau die Leistung haben die der Raum benötigt . Zu klein oder zu groß beinflusst immer die Spreizung. Natürlich können einige HK etwas zu klein und andere etwas zu groß sein. Und am Kessel habe ich dann meine gewünschten 10k. Nur grundsätzlich berechnest du den Ist , oder sanierten, Zustand. Nicht den evtl. später durchgeführten.
In der Berechnung zum hydraulischen Abgleich gibt es derzeit schon ein paar Konstanten, welche theoretisch einstellbar gemacht werden könnten:
Minimale Spreizung 1K
maximaler Durchfluss pro Heizkörper 200 l/h
maximale Spreizung in einem Flächenheizkreis 400 mBar
Die Vorlauftemperatur wird so lange erhöht, bis diese Parameter eingehalten werden (& Heizkörper-Leistung = Heizlast ist).
Ein Vorgehen „Ich heize den Raum dann nur auf 12°C, weil der Heizkörper nicht mehr kann“ ist im Sinne der raumweisen Heizlastberechnung schwierig: Hier steigen die realen Heizlasten der Nachbarräume, was du dann in der Berechnung nicht abbildest. Deshalb halte ich es für richtig, in dem Fall 2 Heizlastberechnungen zu machen:
a) einzelne Räume abgesenkt um das reale Betriebsszenario im hydraulischen Abgleich zu berücksichtigen
b) Unter Norm-Raumbedingungen, um abzuschätzen, ob eine Planung auf Zustand a) negative Folgen für eine potentielle Nachnutzung hat.
Die 12831 hat hierzu auch ein paar Kommentare, wie man mit individuellen Vereinbarungen zur Raumtemperatur umgehen sollte.
Den Punkt, die Zielspreizung festzulegen z.B. genau für so einen „Heizkörpertauschberatungsbericht“ nehme ich gern mal mit auf. Ich muss aber gleichzeitig um etwas Geduld bitten.